FANDOM


Neptune storms
Neptun [1]
[2]
Neptun in natürlichen Farben und die Monde Proteus (oben), Larissa (rechts unten) und Despina (links),[1] aufgenommen im April 2005 vom Hubble-Weltraumteleskop
Eigenschaften des Orbits [2]
Große Halbachse 30,047 AE

(4.495 Mio. km)

Perihel – Aphel 29,709 – 30,385 AE
Exzentrizität 0,0113
Neigung der Bahnebene 1,769°
Siderische Umlaufzeit 164,79 a
Synodische Umlaufzeit 367,49 d
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 5,43 km/s
Kleinster – größter Erdabstand 28,783 – 31,333 AE
Physikalische Eigenschaften [2]
Äquator- – Poldurchmesser* 49.528 – 48.682 km
Masse 1,0243 · 1026 kg
Mittlere Dichte 1,638 g/cm3
Hauptbestandteile

(Stoffanteil der oberen Schichten)

Fallbeschleunigung* 11,15 m/s2
Fluchtgeschwindigkeit 23,5 km/s
Rotationsperiode 16 h 6 min 36 s
Neigung der Rotationsachse 28,32°
Geometrische Albedo 0,41
Max. scheinbare Helligkeit +7,8m
Temperatur*

Min. – Mittel – Max.

72 K (–201°C)
*bezogen auf das Nullniveau des Planeten
Sonstiges
Monde 13 + Ringsystem
[3]
Größenvergleich zwischen Erde (links) und Neptun

Neptun ist von der Sonne aus gezählt mit einer Entfernung von durchschnittlich 4,5 Milliarden km der achte und äußerste Planet im Sonnensystem. Er wurde im Jahr 1846 aus Bahnstörungen des Uranus entdeckt und zeigt eine Scheibe von 2". Daher ist er mit einem Durchmesser von fast 50.000 km (knapp 4 × Erde, 57,74-faches Erdvolumen[2]) nach Uranus der viertgrößte Planet des Sonnensystems. Neptun bildet zusammen mit dem Uranus die Untergruppe der „Eisriesen“.

Neptun dominiert durch seine Größe die Außenzone des Planetensystems, was sich z. B. an der Umlaufzeit einiger „Transneptune“ wie Pluto und der Plutino-Gruppe zeigt, die genau das 1,5-fache der Umlaufzeit von Neptun beträgt.

Bei der Suche nach Exoplaneten werden solche entdeckten Objekte, die eine ähnliche Masse wie Neptun aufweisen, von Astronomen analog zu den extrasolaren „Jupiters“ oder „Hot Jupiters“ manchmal als Planet der „Neptun-Klasse“ oder als „Hot Neptun“ bezeichnet.[3]

Von Neptun sind derzeit 13 Monde bekannt. Der mit Abstand größte unter ihnen ist Triton mit 2700 km Durchmesser.

Der Gasplanet ist nach Neptun, dem römischen Gott des Meeres und der Fließgewässer, benannt. Sein Zeichen ♆ ist ein stilisierter Dreizack, die Waffe des Meeresgottes.

WetterBearbeiten

Wissenschaftler der University of Wisconsin-Madison und des Jet Propulsion Laboratory der NASA untersuchten in den Jahren 1996, 1998 und 2002 jeweils eine volle Umdrehung des Neptuns. Dabei bemerkten sie in der südlichen Hemisphäre eine Zunahme der Helligkeit und Dichte der Wolken, während nahe des Äquators kaum Veränderungen stattfanden. Damit bestätigten sie die Beobachtungen durch das Lowell-Observatoriums aus dem Jahre 1980, mit dem das Phänomen zum ersten Mal beobachtet wurde. Genau wie auf der Erde sorgt während eines Neptunjahres die Achsenneigung des Neptuns für eine Veränderung in der Sonneneinstrahlung und führt somit zu Jahreszeiten. Diese dauern jedoch im Gegensatz zur Erde mehr als 40 Jahre.

RingsystemBearbeiten

Neptun hat ein sehr feines azurfarbenes Ringsystem, das aus mehreren ausgeprägten Ringen und den ungewöhnlichen Ringbögen im äußeren Adams-Ring besteht. Die Ringe sind, wie auch die Ringe von Uranus und Jupiter, ungewöhnlich dunkel und enthalten einen hohen Anteil mikroskopischen Staubes, der aus Einschlägen winziger Meteoriten auf Neptuns Monden stammen könnte.

Als die Ringe in den 1980er Jahren durch ein Team von Edward Guinan mittels Sternverdunkelungen entdeckt wurden, wurde vermutet, sie seien nicht komplett. Die Beobachtungen von Voyager 2 widerlegten diese Annahme. Die Ursache für diese Erscheinung sind helle Klumpen im Ringsystem. Der Grund der „klumpigen“ Struktur ist bisher noch ungeklärt.[16] Die Gravitationswechselwirkung mit kleinen Monden in der Ringumgebung könnte zu dieser Ansammlung beitragen.

MondeBearbeiten

Bei Neptun sind 13 Monde bekannt. Der bei weitem größte von ihnen ist Triton. Er wurde 17 Tage nach der Entdeckung des Neptun von William Lassell entdeckt. Aufgrund seiner großen Nähe zu Neptun ist er zu einer gebundenen Rotation gezwungen. Möglich wäre es, dass Triton einmal ein Objekt des Kuipergürtels war und von Neptun eingefangen wurde. Im Gegensatz zu allen anderen großen Monden im Sonnensystem läuft er retrograd (rückläufig, also entgegengesetzt der Rotation des Planeten) um Neptun. Er nähert sich Neptun langsam auf einer Spiralbahn, um schließlich bei der Überschreitung der Roche-Grenze zerrissen zu werden. Triton ist mit Temperaturen von −235 °C (38 K) das kälteste jemals im Sonnensystem gemessene Objekt. [4][5]Neptuns Mond ProteusEs dauerte einhundert Jahre, bis Neptuns zweiter Mond, Nereid, entdeckt wurde. Nereid hat eine der exzentrischsten Umlaufbahnen aller Monde des Sonnensystems.

Die restlichen elf sind bis auf Proteus viel kleiner und wurden alle erst in dem Zeitraum von 1989 bis 2004 durch Raumsonden entdeckt.

Von Juli bis September 1989 entdeckte die Weltraumsonde Voyager 2 sechs weitere Neptunmonde. Auffällig ist der unregelmäßig geformte Proteus mit seiner dunklen, rußähnlichen Erscheinung. Die vier innersten Neptunmonde Naiad, Thalassa, Despina und Galatea haben Umlaufbahnen innerhalb der Neptunringe. Der von innen nächstfolgende Mond Larissa wurde ursprünglich 1981 entdeckt, als er einen Stern bedeckte. Zunächst wurde ein Teil eines Ringbogens vermutet. Als Voyager 2 1989 Neptun erforschte, stellte sich heraus, dass diese Sternbedeckung durch einen Mond verursacht wurde.

Fünf weitere irreguläre Monde Neptuns wurden zwischen 2002 und 2003 entdeckt, und 2004 bekannt gegeben.[36] Zwei von den neu entdeckten Monden, Psamathe und Neso haben die größten Umlaufbahnen aller natürlichen Monde im Sonnensystem, die bis jetzt bekannt sind. Sie brauchen 25 Jahre, um Neptun zu umkreisen. Ihre durchschnittliche Distanz zum Neptun ist das 125-fache des Abstandes des Mondes zur Erde.

Da Neptun der römische Gott des Meeres war, wurden die Monde des Planeten nach anderen, untergeordneten Meeresgöttern benannt.