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  • das Logo des Apollo Programms
  • Das Logo von Apollo 11
  • Ein Anblick vom Mond auf die Erde


Das Apollo-Programm war ein Raumfahrt-Projekt der USA für die Entwicklung und Durchführung der ersten bemannten Landungen auf dem Mond. Es wurde von der National Aeronautics and Space Administration (NASA) zwischen 1961 und 1972 betrieben.

Die bemannte Mondlandung gelang zum ersten Mal am 20. Juli 1969 und bildete den Höhepunkt beim Wettlauf ins All mit der Sowjetunion.

Die MondlandungenBearbeiten

Die ersten beiden Menschen landeten im Rahmen der Mission Apollo 11 am 20. Juli 1969 um 21:17 Uhr (MEZ) auf dem Mond: Neil Armstrong und Edwin Aldrin. Sechs Stunden später, am 21. Juli um 03:56:20 Uhr MEZ, betrat Neil Armstrong im Mare Tranquillitatis als erster Mensch den Mond. Dabei sprach er den berühmt gewordenen Satz: „That's one small step for [a] man, one giant leap for mankind.

„Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit.“ Das „a“ vor „man“ wurde in späteren Texten hinzugefügt, um den Sinn zu erhalten. Im Funkverkehr war es nicht zu hören gewesen. Armstrong wurde später danach befragt, ob er es tatsächlich nicht gesagt habe, aber er konnte sich nicht mehr daran erinnern. Daher bleibt es ungeklärt, ob es durch Störungen im Funkverkehr verloren gegangen ist, oder ob Armstrong dies tatsächlich so gesagt hat.

Der dritte Astronaut, Michael Collins, umkreiste im Apollo-Mutterschiff den Erdtrabanten bis zur Rückkehr der Landeeinheit Eagle.

Im Rahmen des Apollo-Programms wurden insgesamt sechs Mondlandungen durchgeführt. Damit haben bis heute 12 Menschen, allesamt US-Amerikaner, den Mond betreten. Harrison H. Schmitt - Mondfährenpilot von Apollo 17 - setzte als bislang letzter Mensch am 12. Dezember 1972 seinen Fuß auf den Mondboden. Eugene Cernan - Kommandant von Apollo 17 - ist bislang der letzte Mensch, der auf dem Mond war, indem er als letzter in die Mondfähre einstieg. Im Juli 2009 übermittelte die Mondsonde Lunar Reconnaissance Orbiter Aufnahmen der Landestellen von Apollo 11,14,15,16 & 17.[3]

Typischer Apollo-MissionsverlaufBearbeiten

  • Start in Kennedy Space Center
  • Abtrennung der 1. Stufe S-IC in ca. 56 km Höhe, d. h. in der hohen Stratosphäre (Geschwindigkeit ca. 10.000 km/h – Mach 8)
  • Unmittelbar anschließend Zündung der 2. Stufe S-II
  • Kurz darauf Abtrennung des Triebwerksgehäuses (engine skirt, offiziell interstage genannt) und des Rettungsturms (launch escape tower)
  • Abtrennung der 2. Stufe in ca. 185 km Höhe (Geschwindigkeit ca. 24.000 km/h) inkl. dem kegelförmigen Adapter zur 3. Stufe
  • Unmittelbar danach Zündung der 3. Stufe S-IVB, Einschwenken in eine nahe Erdumlaufbahn (Geschwindigkeit ca. 28.000 km/h), Abschalten der 3. Stufe
  • Nach einigen Erdumrundungen Neuzündung der 3. Stufe, (TLI, trans-lunar injection) Ausdehnung des Orbits bis zum Mond (im Gegensatz zu einer häufigen Annahme keine Überschreitung der Fluchtgeschwindigkeit und Erdflucht (Apollo 8 erreichte 10,822 km/s – ca. 39.000 km/h [4] – auch auf dem Mond befindet man sich immer noch in einem Erdorbit). Kritisch beim TLI war jedoch die Zeit, die nach dem ersten Brennschluss des J-2-Triebwerks und dessen erneuter Zündung verstreichen musste.
  • Trennung des Apollo-Raumschiffs von der 3. Stufe in mehreren Schritten (TDM, transposition and docking maneuver):
    • Trennung des Kommando-/Versorgungsmoduls (CSM, command/service module) vom auf der dritten Stufe sitzenden Stufenadapter (SLA, spacecraft lunar module adapter)
    • Öffnung und Abwurf des Stufenadapters – er hatte bisher die Mondlandefähre (LM, lunar module) umschlossen
    • 180°-Drehung des Kommando-/Versorgungsmoduls, so dass es mit seinem Bug an die Landefähre ankoppeln kann
    • Herausziehen der Landefähre aus seiner in der dritten Stufe befindlichen Parkbucht
    • Die dritte Stufe, der letzte Teil der Saturn-V-Rakete, hat an diesem Punkt ausgedient. Vom Kontrollzentrum aus gesteuert wird sie entsorgt (d. h. in einen Sonnenorbit manövriert oder für seismische Untersuchungen auf Kollisionskurs mit dem Mond gebracht)
  • Antriebsloser Flug zum Mond, ggfs. Korrekturmanöver
  • Zündung des Triebwerks des Versorgungsmoduls zum Einschwenken in den Mondorbit (LOI, lunar orbit insertion) auf der Mondrückseite
  • Umstieg von zwei Astronauten in die Landefähre, das Kommando-/Versorgungsmodul verbleibt mit einem Astronauten im Mondorbit
  • Abkoppeln der Landefähre, Zündung des Landetriebwerks, um eine elliptische Mondumlaufbahn zu erreichen (DOI, descent orbit initiation) auf der Mondrückseite
  • Abstieg zur Mondoberfläche und Landung
  • Mondlandung im engeren Sinne: Astronauten führen Aktivitäten außerhalb des Raumschiffs durch (Außenbordeinsatz, extra-vehicular activity /EVA), d. h. sie erkunden die Mondoberfläche zu Fuß oder auf späteren Missionen mit dem Mondauto
  • Währenddessen: Kommando-/Versorgungsmodul umkreist den Mond, Kameras und andere Instrumente im Versorgungsmodul untersuchen den Mond, Astronaut führt Beobachtungen durch und prüft mögliche Landeplätze für spätere Missionen
  • Start von der Mondoberfläche. Die Abstiegsstufe dient als Startrampe und bleibt mit Flagge, Kamera, Auto und diverser anderer Ausrüstung auf der Oberfläche zurück. Die Astronauten und die Gesteinsproben fliegen in der Aufstiegsstufe in den Mondorbit.
  • Rendezvous mit dem Kommando-/Versorgungsmodul, Ankoppeln, Umstieg der Astronauten, Abwurf der Aufstiegsstufe
  • Zündung des Triebwerkes des Versorgungsmoduls (TEI, trans-earth injection) zum Verlassen des Mondorbits auf der Mondrückseite
  • Antriebsloser Rückflug zur Erde, ggfs. Korrekturmanöver
  • EVA, um die Filme aus den Kameras im Versorgungsmodul zu bergen (bei den Missionen Apollo 15 bis 17)
  • Abwurf des Versorgungsmoduls, Ausrichten des Kommandomoduls für den Wiedereintritt
  • Wiedereintritt in die Erdatmosphäre inklusive ca. dreiminütiger Funkstille (blackout), da die Reibungswärme das Raumschiff einen Strahl aus heißer, ionisierter Luft hinter sich herziehen lässt, der den Funkverkehr behindert
  • Einsatz der Hochgeschwindigkeitsfallschirme (drogue parachutes)
  • Abwurf der Hochgeschwindigkeitsfallschirme, Einsatz der Pilot- und Hauptfallschirme, die auf Bildern der Landungen als drei rot-weiße, runde Schirme klar zu erkennen sind
  • Wasserung im Landegebiet
  • Abwurf der Hauptfallschirme
  • Falls das Kommandomodul mit der spitzen Seite nach unten im Wasser liegen sollte (Position „stable two“): Einsatz des Aufrichtungssystems (uprighting system), d. h. Aufblasen der an überdimensionale Fußbälle erinnernden Gassäcke, die auf Bildern ebenfalls klar zu erkennen sind
  • Bergung durch einen Flugzeugträger
  • Bei den ersten Missionen (bis Apollo 14) verblieben die Astronauten und Gesteinsproben aus Sicherheitsgründen für mehrere Wochen in Quarantäne
Mission Start Bemerkung
(CDR=Kommandant, CMP=Pilot des Apollo-Raumschiffs, LMP=Pilot der Mondfähre)
AS-201 26. Februar 1966 Erster Start der Saturn IB, suborbitaler Testflug des Apollo-Kommandomoduls
unbemannt
AS-203 5. Juli 1966 Erster orbitaler Start der Saturn IB, Testflug ohne Apollo-Raumschiff
unbemannt
AS-202 25. August 1966 suborbitaler Testflug des Apollo-Kommandomoduls
unbemannt
Apollo 1 (27. Januar 1967) kein Start Unglück während eines Bodentests, Tod der Besatzung
Virgil Grissom, Edward White, Roger Chaffee
Apollo 4 9. November 1967 Erster Start der Saturn V, Testflug des Apollo-Kommandomoduls
unbemannt
Apollo 5 22. Januar 1968 Testflug der Mondlandefähre
unbemannt
Apollo 6 4. April 1968 Zweiter Start der Saturn V, Testflug
unbemannt
Apollo 7 11. Oktober 1968 Erster bemannter Start der Saturn 1B. Tests in der Erdumlaufbahn ohne Mondfähre
Walter Schirra (CDR), Donn Eisele (CMP), Walter Cunningham (LMP)
Apollo 8 21. Dezember 1968 Erster bemannter Start der Saturn V, Mondumrundung ohne Mondfähre
Frank Borman (CDR), James Lovell (CMP), William Anders (LMP)
Apollo 9 3. März 1969 Tests der Mondfähre in der Erdumlaufbahn
James McDivitt (CDR), David Scott (CMP), Russell Schweickart (LMP)
Apollo 10 18. Mai 1969 Test der Mondfähre im Mondorbit, nähert sich der Mondoberfläche bis auf 14 km
Tom Stafford (CDR), John Young (CMP), Eugene Cernan (LMP)
Apollo 11 16. Juli 1969 Erste Mondlandung
Neil Armstrong (CDR), Michael Collins (CMP), Edwin Aldrin (LMP),
Landeplatz: Mare Tranquillitatis
Apollo 12 14. November 1969 Landung bei der 1967 gestarteten Sonde Surveyor 3

Charles Conrad (CDR), Richard Gordon (CMP), Alan Bean (LMP)
Landeplatz: Oceanus Procellarum

Apollo 13 11. April 1970 Explosion an Bord, keine Mondlandung
James Lovell (CDR), John Swigert (CMP), Fred Haise (LMP)
Apollo 14 31. Januar 1971 Einsatz einer Handkarre (MET)
Alan Shepard (CDR), Stuart Roosa (CMP), Edgar Mitchell (LMP)
Landeplatz: Fra Mauro
Apollo 15 26. Juli 1971 Erste Mission mit dem Lunar Roving Vehicle (Mondauto)

David Scott (CDR), Alfred Worden (CMP), James Irwin (LMP)
Landeplatz: Hadley-Rille

Apollo 16 16. April 1972 Erste Untersuchung einer Hochebene, Einsatz UV-Kamera, Mondauto
John Young (CDR), Thomas Mattingly (CMP), Charles Duke (LMP)
Landeplatz: Descartes
Apollo 17 7. Dezember 1972 Letzte Mondlandung, Mondauto, Orange Soil gefunden
Eugene Cernan (CDR), Ronald Evans (CMP), Harrison Schmitt (LMP)
Landeplatz: Taurus-Littrow

Kurz nach der erfolgreichen Mondlandung von Apollo 11 veröffentlichte die NASA die weitere Planung, die bis Ende 1972 neun weitere Apolloflüge vorsah. Doch bereits im Januar 1970, noch vor der Verzögerung durch die Panne von Apollo 13, wurde Apollo 20 aus Kostengründen gestrichen. Im September 1970 wurden auch die ursprüngliche Apollo-15-Mission sowie Apollo 19 eingespart. Die nicht aus dem Programm gestrichenen Missionen Apollo 16, Apollo 17 und Apollo 18 wurden danach in Apollo 15, Apollo 16 und Apollo 17 umbenannt.

Die nach dem Abschluss der Mondflüge noch vorhandenen Apollo-Raumschiffe und Saturnraketen wurden für das Skylab-Projekt 1973/74 und das Apollo-Sojus-Test-Projekt 1975 verwendet.

Mission Start Bemerkung
(CDR=Kommandant, CMP=Pilot des Apollo-Raumschiffs, SCI=Wissenschaftsastronaut, DMP=Pilot des Dockingmoduls)
Skylab 1 14. Mai 1973 Start der Skylab-Station, Beschädigung Solarzellenausleger
unbemannt
Skylab 2 25. Mai 1973 Erstbesatzung Skylab, Reparatur Solarzellen und Hitzeschild
Charles Conrad (CDR), Paul Weitz (CMP), Joseph Kerwin (SCI)
Skylab 3 28. Juli 1973 Zweite Besatzung Skylab, Reparatur Hitzeschild
Alan Bean (CDR), Jack Lousma (CMP), Owen Garriott (SCI)
Skylab 4 16. November 1973 Dritte Besatzung Skylab
Gerald Carr (CDR), William Pogue (CMP), Edward Gibson (SCI)
Apollo-Sojus-Test-Projekt 15. Juli 1975 Kopplung mit Sojus 19 (Alexei Leonow, Waleri Kubassow)
Tom Stafford (CDR), Vance Brand (CMP), Deke Slayton (DMP)